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Geschäftsbericht 2025

Liebe Mitglieder der AGZ, sehr geehrte Damen und Herren

Die AGZ stellte sich auch im Jahr 2025 zahlreichen standespolitischen Herausforderungen und konnte dabei Erfolge erzielen, die über die Kantonsgrenzen hinauswirkten.

Wohl die wichtigste Aufgabe der ärztlichen Berufsverbände im Jahr 2025 war die Vorbereitung auf die Umsetzung des neuen Tarifsystems mit dem Einzelleistungskatalog TARDOC und den Ambulanten Pauschalen per 1.1.2026. Wie bei der Tarifstruktur TARMED gibt es bei TARDOC und den Ambulanten Pauschalen einen nationalen Tarifstrukturvertrag und die dazugehörenden kantonalen Anschlussverträge. Die Verhandlungen der kantonalen Anschlussverträge standen unter Zeitdruck, da sie nach der Genehmigung des neuen Tarifsystems durch den Bundesrat am 30. April 2025 erst sehr spät in Angriff genommen werden konnten. Die AGZ trug mit der Leitung der Verhandlungsdelegation der kantonalen Ärztegesellschaften massgeblich zu einem geeinten Auftreten der Ärzteschaft gegenüber den Versicherern bei. Dadurch konnte ein in den wesentlichen Inhalten identischer Vertrag für alle Kantone verhandelt werden, der den Interessen der kantonalen Ärztegesellschaften und der von ihnen vertretenen Ärztinnen und Ärzte weitestgehend entspricht. Der Unterschrifts- und Genehmigungsprozess des kantonalen Zürcher TARDOC-Vertrags konnte im Jahr 2025 noch nicht abgeschlossen werden, weshalb der Regierungsrat am 10. Dezember 2025 den TARDOC-Starttaxpunktwert CHF 0.91, auf den sich die AGZ mit den Krankenversicherern geeinigt hatte, ab dem 1. Januar 2026 vorerst provisorisch festsetzte. Somit konnte die Abrechnungsberechtigung der Zürcher Ärztinnen und Ärzte gemäss dem neuen Tarifsystem ab dessen Inkrafttreten sichergestellt werden.

Einen weiteren Erfolg konnte die AGZ mit der Übernahme des Modells der Institutsmitgliedschaft durch die FMH erzielen. Nach ca. zweijähriger Überzeugungs- und Vorbereitungsarbeit durch die AGZ beschloss die Ärztekammer am 5. Juni 2025 eine Änderung der FMH-Statuten per 1. Januar 2026. Dadurch können alle Institute, die AGZ-Mitglieder sind, auch FMH-Mitglieder werden, was einen wesentlichen Anreiz für die Verbandsmitgliedschaft von Instituten darstellt und für die AGZ wichtig ist, weil dadurch noch mehr Institute und dort tätige Ärztinnen und Ärzte an die AGZ angebunden werden können.

Für rund 40% der AGZ-Mitglieder ist gemäss der Mitgliederbefragung im November 2024 eine unausgeglichene Work-Life-Balance eine grosse Herausforderung. Darauf reagiert die AGZ mit ihrem im Bereich der niedergelassenen Ärzteschaft einmaligen Projekt zur Verbesserung der Work-Life-Balance im ärztlichen Alltag, das im Jahr 2025 in die Umsetzungsphase ging. Im Rahmen dieses Projekts reflektieren selbständig tätige Ärztinnen und Ärzte in Workshops ihre persönliche Lebenssituation und erarbeiten Strategien für eine ausgewogene Work-Life Balance. Institutsleitende werden bei der Erarbeitung und Umsetzung von Massnahmen für ihren Betrieb unterstützt. Die gesammelten Erkenntnisse werden in einem im Jahr 2026 geplanten Projektabschluss für alle AGZ-Mitglieder nutzbar gemacht und verbreitet werden. Damit geben wir allen interessierten Mitgliedern Instrumente zu Verbesserung ihrer Work-Life-Balance in die Hand.

Eine weitere grosse Sorge für viele Arztpraxen ist der MPA-Mangel. In Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut INFRAS erhob die AGZ im Jahr 2025 Ursachen und Auswirkungen des MPA-Mangels in Zürcher Arztpraxen. Der für AGZ-Mitglieder auf der Website der AGZ veröffentlichte Studienbericht vom September 2025 zeigt auf, dass trotz steigender Ausbildungszahlen rund 12 MPA pro 100 Ärztinnen und Ärzten fehlen, was auf den Kanton Zürich hochgerechnet einem Mangel von ca. 440 Vollzeitstellen entspricht. Auf Grundlage des Berichts, der auch von der FMH mit grossem Interesse zur Kenntnis genommen wurde, wird die AGZ ab dem Jahr 2025 ein Umsetzungsprojekt zur Entwicklung von Massnahmen starten, um den MPA-Personalmangel beheben zu können.

Der Personalmangel betrifft nicht nur MPA, sondern die Ärztinnen und Ärzte selbst. Er manifestiert sich in erfolglosen Suchen nach einer Praxisnachfolge oder in Aufnahmestopps für Patientinnen. Der sich zunehmend verschärfende Ärztemangel ist nicht nur demografisch bedingt, sondern auch hausgemacht. In der Schweiz werden viel zu wenig Ärztinnen und Ärzte ausgebildet, weil sich die Schweiz bei den notwendigen Studienplätzen verkalkuliert hat. So berechnete der Bund noch vor 15 Jahren, dass es reiche, wenn in der Schweiz in Zukunft zwischen 1200 – 1300 Ärztinnen und Ärzte pro Jahr ausgebildet würden. Die zurzeit ca. 1400 jährlich erteilten eidgenössischen Arztdiplome können jedoch nicht annähernd den Ärztebedarf decken: es werden zusätzlich dazu noch jährlich über 3000 ausländische Diplome anerkannt. Und gerade diese Auslandsabhängigkeit ist es, die den aktuellen Grundversorgermangel verschärft. Denn während von den in der Schweiz ausgebildeten jungen Ärztinnen und Ärzten sich ein ausreichender Anteil (45%) für die Arbeit als Hausärztin oder Hausarzt entscheidet, kommen aus dem Ausland hauptsächlich Spezialärztinnen und Spezialärzte in die Schweiz (69% aller anerkannten ausländischen Diplome sind Spezialarztdiplome). Vom Bund ist keine Abhilfe zu erwarten, denn die Gelder zur Finanzierung von Studienplätzen an den medizinischen Fakultäten werden in den nächsten Jahren nicht aufgestockt, sondern gekürzt werden. Und die medizinischen Fakultäten der Schweizer Universitäten stossen an ihre Kapazitätsgrenzen, dies trotz Aktivitäten der medizinischen Fakultät der Universität Zürich mit dem Ziel, die Studienplätze von zurzeit 430 auf 700 im Jahr 2030 zu erhöhen.

Alle diese Fakten wurden in dem von der AGZ im Jahr 2025 durchgeführten Projekt FuturaMed aufgearbeitet und in einem im September 2025 fertigstellten Grundlagenbericht zusammengefasst. Als Lösungsansatz für den Ärztemangel wird in diesem Bericht eine das universitäre Medizinstudium ergänzende Medical School vorgeschlagen. Ob es möglich ist, auch in der Schweiz eine sich am Beispiel anderer Länder orientierende Medical School zu gründen, soll in einer Machbarkeitsstudie im Jahr 2026 ausgearbeitet werden. 

Mit unserem Geschäftsbericht 2025 zeigen wir auf, dass die AGZ sich im Sinn ihrer Vision und Mission dafür einsetzt, dass die Zürcher Ärztinnen und Ärzte optimale Rahmenbedingungen für ihre Berufsausübung und für die Sicherstellung einer ausreichenden und qualitativ hochstehenden medizinischen Versorgung der Bevölkerung vorfinden. 

Freundliche Grüsse

Dr. med. Tobias Burkardt
Präsident

 

Dr. iur. Michael Kohlbacher
Generalsekretär

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