Faktor für Arztpraxen und Institute
Die Befragung von Arbeitgebenden zeigt: Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist im Gesundheitswesen breit anerkannt wird aber durch betriebliche, organisatorische und finanzielle Grenzen herausgefordert.
Mehr als die Hälfte der befragten Arbeitgebenden misst der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben eine sehr hohe Bedeutung bei. Teilzeitarbeit, flexible Arbeitszeitmodelle und Rücksicht auf private Verpflichtungen sind weit verbreitet. Gleichzeitig sehen sich Praxen und Institute mit Zielkonflikten konfrontiert: Die Sicherstellung der Patientenversorgung, steigende Kosten und Koordinationsaufwand begrenzen den Handlungsspielraum. Besonders Einzelpraxen stossen schneller an strukturelle Grenzen, während grössere Einheiten mehr Flexibilität bieten.
Institute und Gruppenpraxen verfügen über eine sehr hohe strukturelle Offenheit für Vereinbarkeit, sowohl beim Angebot von Teilzeitarbeit als auch bei tiefen Mindestpensen. Einzelpraxen zeigen ebenfalls Bereitschaft, liegen jedoch in beiden Dimensionen deutlich tiefer. Damit wird sichtbar: Je grösser und arbeitsteiliger die Organisation, desto besser lassen sich flexible Arbeitsmodelle umsetzen.
Die Auswertung zeigt deutliche strukturelle Unterschiede: Institute und Gruppenpraxen bieten häufiger spezifische Unterstützungsangebote an und verfügen über stabilere Stellvertretungsregelungen. Einzelpraxen fallen insbesondere bei der Stellvertretung klar zurück, obwohl Unterstützungsbedarf vorhanden wäre. Vereinbarkeit hängt damit weniger vom Willen der Arbeitgebenden ab als von der organisatorischen Tragfähigkeit des Praxistyps.