Im Spagat zwischen Beruf und Privatleben
Die AGZ-Befragung von 897 praktizierende Ärztinnen und Ärzte im Kanton Zürich hat ergeben: Trotz guter Zufriedenheit mit der eigenen Work-Life stellt die Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben im Arztberuf eine Herausforderung dar.
Die Ergebnisse der AGZ-Studie zeigen klar: Die Vereinbarkeit von Arztberuf und Privatleben ist weniger eine individuelle Frage als eine strukturelle Herausforderung. Arbeitszeitmodelle, Überstundenregelungen, Stellvertretungslösungen und zeitliche Flexibilität sind die entscheidenden Hebel. Der Beschäftigungsgrad beeinflusst die Zufriedenheit stärker als Geschlecht, Fachrichtung oder Anstellungsform.
Rund ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte ist unzufrieden – über alle Gruppen hinweg. Um die Attraktivität des Arztberufs langfristig zu sichern, braucht es daher gezielte strukturelle Verbesserungen in Praxisorganisation, Anstellungsmodellen und Rahmenbedingungen.
Der Beschäftigungsgrad wirkt stärker auf die Work-Life Balance als Geschlecht oder Anstellungsform. Hohe Pensen sind der wichtigste Risikofaktor für Unzufriedenheit.
Autonomie schützt nicht vor Belastung: Mehr Einfluss auf Überstunden bedeutet nicht automatisch bessere Vereinbarkeit.
Vereinbarkeit hängt stark davon ab, ob Abwesenheiten organisatorisch aufgefangen werden können – nicht vom persönlichen Engagement.
- Frauen sind im Schnitt etwas zufriedener als Männer.
- Bei sehr hohen Pensen (>100 %) sinkt die Zufriedenheit bei Männern stärker.
- Pensum wirkt stärker als Geschlecht.
Unzufriedenheit ist kein Randphänomen einzelner Gruppen, sondern betrifft Männer und Frauen, Selbständige und Angestellte sowie Haus- und Spezialärztinnen und Spezialärzten in ähnlichem Ausmass.
- 35–40 % der Ärztinnen und Ärzte sind unzufrieden mit ihrer Life-Balance.
- Unzufriedenheit betrifft Hausärzte wie Spezialärzte.
- Es handelt sich um ein systemisches, kein individuelles Problem.